logo
Ich bin das Licht der Welt.
Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. (Joh 8,12)
Das ewige Wort
Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. (Joh 1, 1)
Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich in ihrer Mitte. (Mat 18, 20)
Kontakt

Koptisch-Orthodoxe Kirche in Deutschland


Link zur Videonachricht

Päpstliche Weihnachtsnachricht- Weihnachten 2017


 

Päpstliche Weihnachtsnachricht 2017

Möge seine Gnade und sein Segen auf uns liegen, jetzt und in Ewigkeit. Amen. Möget ihr in diesem Jahr 2017 und in jedem Jahr und während des gesegneten Weihnachtsfestes am 7. Januar des östlichen Kalenders, welcher dem 29. Kiahk des koptischen Kalenders entspricht, gesund und wohlauf bleiben.

Wahrlich, wenn wir die Geburt unseres Herrn Jesus Christus feiern, so hören wir nicht auf unserer Söhne und Töchter zu gedenken, die kürzlich tapfer ihr Leben gaben bei den Ereignissen in der St. Peters Kirche. Jesus Christus wollte, dass sie das Fest dieses Jahr mit ihm im Himmel feiern. Wir gedenken ihrer im Guten und beten für unsere Verletzten, dass Jesus Christus ihre Heilung vollenden möge, dass sie ihre Gesundheit wieder erhalten und dass wir sie für immer bei uns haben.

Wenn die Menschen zum Weihnachtsfest zusammenkommen, gibt es viele verschiedene Ansichten. Seit Gott den Menschen schuf und ihn als Herrscher über das Königreich der Welt krönte, dargestellt durch Adam und Eva, lebte der Mensch auf der Erde und vermehrte sich und lebte mit den menschlichen Tugenden, die aufkamen und gediehen. Tugenden der Zusammenarbeit, der Liebe und der Treue erschienen und auch einige menschliche Schwächen kamen auf. Während der menschlichen Existenz auf Erden und der Ausweitung und Verschlimmerung  der  Sünden  im  menschlichen  Leben  ,  mit  den  Bildern  der  Sünde,  der Schwäche, der Konflikte und der Gewalt, haben die Menschen die wichtigste Tugend vergessen

– das Aufblicken zum Himmel. Es ist erstaunlich, dass alle Menschen überall auf der Welt den Himmel sehen können und es gibt kein menschliches Wesen, das den Himmel noch nie gesehen hat, aber noch erstaunlicher ist, dass die Standpunkte der Menschen von Person zu Person differieren. Manchen ist der Himmel gleichgültig, andere finden Heil in ihm, wieder andere suchen dort Schutz. Auch gibt es viele Menschen, die den Himmel ignorieren, andere hingegen blicken ständig hinauf.

In der Geschichte der Geburt unseres Herrn Jesus Christus finden wir diese Tugend eindeutig dargestellt in den Leben vieler Menschen. Im Leben unserer heiligen Mutter der Jungfrau Maria, als sie im Tempel angeboten wurde, sah sie die ganze Zeit zum Himmel hinauf. Sie lebte ein Leben voller Lobeshymnen und Gebete. Als ihr der Engel mit der frohen Botschaft erschien, beendete sie ihren Dialog mit ihm indem sie verkündete: „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast.“ Diese Tugend zeigt sich in ihrer Demut, die mit ihrer Bescheidenheit einhergeht. Auch die einfachen Hirten, die bei ihren Herden Nachtwache hielten, blickten den Himmel an, mitten in der Nacht.

Sie sahen den Engel, der ihnen und allen Menschen die frohe Botschaft verkündete. So machten sie sich auf den Weg um das in Windeln gewickelte Kind in der Krippe zu sehen. Auch die Sterndeuter, deren Beruf es war die Gestirne zu beobachten, sahen zum Himmel auf und versuchten den Leitstern unter ihnen auszumachen, den sie aus ihren Büchern kannten. Als sie den Stern erblickten, wurde ihnen gewahr, dass nun der wahre Gott auf die Erde gekommen war. Sie blickten zu dem Stern im Himmel auf und folgten ihm von den orientalischen Ländern bis nach Bethlehem. Der Stern führte sie, blieb bei ihnen und zeigte ihnen wo der neugeborene König der Juden zu finden war. Ebenso war es mit dem alten Simeon, der mehr als 300 Jahre alt war. Er war einer von denen, die das Alte Testament der Heiligen Schrift aus dem Hebräischen ins Griechische übersetzten. Unsere heilige Mutter, die Jungfrau Maria und der heilige Joseph erzogen Jesus nach der Sitte des Gesetzes. Simeon trug das Jesuskind in seinen Armen. Er sagte seinen berühmten Vers: „Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen.“ Es gibt noch ein weiteres Beispiel, von Anna, der Prophetin. Sie war Witwe und hatte mit ihrem Mann 7 Jahre gelebt und war dann 84

Jahre lang Witwe gewesen. Sie blieb Tag und Nacht im Tempel und lobte und pries den Herrn, während ihre Augen gen Himmel gerichtet waren.

Dies sind Beispiele aus der Weihnachtsgeschichte. Sie sahen alle zum Himmel hinauf. Vielleicht stellt sich nun die Frage: Was ist der Wert des Blickens gen Himmel? Das Blicken gen Himmel hat ohne Zweifel einen großen Wert im Leben der Menschen.

1) Derjenige, der den Himmel anblickt, sieht zum allmächtigen Schöpfer auf, der das Universum und all seine Kreaturen erschuf. Er sieht auf zu seiner Quelle, welche der Himmel ist. Er sieht auf zu seinem Ende, welches ebenfalls der Himmel ist.

2) Derjenige, der den Himmel anblickt, erblickt das Licht. Und ich meine damit nicht das materielle Licht von Sonne und Sternen. Er blickt auf zu einem inneren oder spirituellen Licht, welches das Licht des Herzens ist. Der, der ein leuchtendes Herz hat und in diesem Licht lebt, kann jeden Tag ein erfolgreiches Leben leben.

3) Zudem meint das Aufblicken zum Himmel das Erblicken eines dauerhaft friedlichen Lebens. Es steht geschrieben: „Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.“ Wer immer zum Himmel aufblickt, dem wird der König des Friedens Frieden gewähren. Dieser Frieden verweilt in seinem Herzen. Wenn Menschen dies täten, wären sie gesegnet. Er würde überall  Frieden  stiften.  Derjenige,  der  ständig  zu  Boden  sieht,  bekräftigt  Gewalt,  Krieg, Konflikte und Terror.

4) Zudem, wer zum Himmel aufsieht, sieht auf zu unaufhörlicher Freude. Himmlische Freude ist glorreich, unaufhörlich und andauernd. Sie ist nicht mit Bitterkeit verbunden. Irdische Freude ist erheiternd, jedoch kurzlebig und begrenzt. Die irdische Freude wird oft mit Bitterkeit in Verbindung gebracht. Darum wird sie schnell vergessen. Wer auch immer seine Freude vom Himmel erhält und fortlaufend zum Himmel hinaufsieht, lebt in Freude.

5) Vermutlich der größte Nutzen, den der Mensch durch das Aufblicken zum Himmel erhält, ist die Anbindung an die Heiligen. Der Himmel ist die Wohnstätte der Heiligen, der Tadellosen und Gerechten, die in Heiligkeit lebten. Wir sehnen uns nach jenen, die in Heiligkeit lebten und erinnern uns all der Heiligen im Himmel, die in unserem Sinne vermitteln. Diese Fürbitte motiviert uns und regt uns dazu an unser Sehnen und Streben nach dem Himmel noch zu verstärken.

Das Aufblicken zum Himmel ist eine Lebenstugend, die unser Leben kontinuierlich ändern kann. Eine der schönen Sachen zu diesem Jahresanfang 2017 ist die Form der arabischen Zahl 7, welche wie gen Himmel geöffnete Arme erscheint, als ob jemand seine Arme begehrlich gen Himmel strecken würde. Wenn der Himmel im Leben eines Menschen präsent ist, so wird dieser erfolgreich sein. Wir beten immer und mehrmals täglich und sagen: „Wie im Himmel, so auf Erden.“

Ich beglückwünsche euch alle. Ich beglückwünsche alle Pater, Erzbischöfe, Bischöfe, Priester, Diakone, alle Gemeinden, Kirchengremien und Komitees. Ich beglückwünsche alle Diener. Ich beglückwünsche die ganze Jugend und alle Familien überall in unseren Kirchen, die dieses Fest mit uns in dieser Zeit feiern. Ich beglückwünsche alle Jugendlichen und Kinder. Ich bete, dass Gott uns dieses Jahr Gnade und Versorgung gewährt. Ich übermittle euch Grüße und Liebe aus dem Land Ägypten, das Land des heiligen Apostels und Evangelisten Markus, der den Glauben an Christus allen in unserem Land predigte.

Möget ihr gesund bleiben, in diesem und in jedem Jahr. Ich wünsche euch allen den Segen vom Kind in der Krippe, um euch immer Freude, Frieden und Hoffnung zu bringen. Und dir Gott, allmächtiger Vater, alle Herrlichkeit und Ehre, jetzt und in Ewigkeit. Amen.

 


Koptisch-orthodoxe Klöster in Deutschland



Koptisch-orthodoxe Kirchengemeinden in Deutschland