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Päpstliche Osternachricht - Ostern 2017


Christus ist auferstanden, er ist wahrhaftig auferstanden

 

 

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, ein Gott. Amen.

 

 Ekhristos Anesti, Alithos Anesti.

Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.

Ich beglückwünsche Euch zum gesegneten Osterfest, das in diesem Jahr weltweit von allen Christen zur gleichen Zeit gefeiert wird. Wir gedenken der Märtyrer vom Palmsonntag, die mit ihrem Blut ein neues Kapitel in der Geschichte der Kirche geschrieben haben. Wir halten ihr Gedenken in hohen Ehren als Auserwählte Gottes. Denn wir wissen, dass Gott, der Allmächtige, unser aller Leben lenkt und führt. Wir danken ihm unaufhörlich und sagen: lasst uns danken dem Wohltaten spendenden Gott. Wir gedenken ihrer gemeinsam mit allen anderen Märtyrern. Wir gedenken auch unserer geliebten ägyptischen Heimat und beten immer dafür, dass Gott sie im Frieden bewahre und von ihr sowie vom ganzen Nahen Osten jegliches Böse fernhält.

Hinsichtlich der Auferstehung Christi stoßen wir in der Heiligen Schrift auf viele Stellen, die die Auferstehung betreffen, da sie für uns Christen das erste und fundamentale Ereignis darstellt. Denn ohne Auferstehung und Kreuz gäbe es kein Christentum. Viele Stellen, die über die Auferstehung in persönlicher und individueller Art sprechen, stammen von dem Heiligen, der Christus lange und womöglich sein halbes Leben gar nicht gekannt hat. Mitten in seinem Leben jedoch erschien ihm Christus, der Herr, und offenbarte sich ihm ganz persönlich. Dies führte dazu, dass aus dem Saulus von Tarsus der Apostel Paulus wurde. In seinem Brief an die Philipper, den er im Gefängnis verfasste, prägte er einen der stärksten Begriffe über die Betrachtung der Auferstehung, und zwar schrieb er in Kapitel drei, Vers 10: „um ihn zu erkennen und die Kraft seiner Auferstehung und die Gemeinschaft seiner Leiden, indem ich seinem Tode gleichgestaltet werde.“ (Phil 3, 10). Diese Erkenntnis und spirituelle Erfahrung der Auferstehung fasst der Heilige Paulus in diese vier Aspekte:

Erstens: „um ihn zu erkennen“: dies ist eine Form der Bestätigung. Diese Erkenntnis ist eine persönliche und nicht nur eine vom Hörensagen, nämlich das ganz persönliche Kennenlernen Christi. Als Bestätigung sagt er „um zu erkennen“. Über diese Erkenntnis sprach Hiob der Gerechte am Ende des Buches Hiob: „Mit dem Gehör des Ohres hatte ich von dir gehört, aber nun hat mein Auge dich gesehen.“ (Hiob 42, 5). In dieser Erkenntnis lernt man die Liebe Christi, das Gebot Christi, die Erlösung Christi und die Verhaltensformen Christi kennen, die er in unsere Herzen pflanzte, eine bewährte Erkenntnis.

Zweitens: „die Kraft seiner Auferstehung“, der zweite Aspekt, den der Heilige Paulus erwähnt. Die Kraft der Auferstehung ist stärker als alles andere. Sie ist kein historisches Ereignis, sondern erlebte Wirklichkeit, die uns erfreut. Die Auferstehung besagt, der Tod ist nicht das Ende des Wegs. Die Auferstehung enthob Maria Magdalena ihrer Zweifel. Denn inmitten ihrer Trauer glaubte sie, dass Christus, der Herr, der Gärtner sei. Als er sie bei ihrem Namen rief, freute sie sich über die Begegnung mit dem Herrn.

Die Auferstehung enthob die Jünger von ihrer Angst. Sie fürchteten sich und hatten die Türen verschlossen. Als ihnen Christus erschien, sagt die Schrift: „Da freuten sich die Jünger, als sie den Herrn sahen.“ (Joh 20, 20). Die Auferstehung enthebt den Menschen von der Sünde. Der Mensch kann von der Befleckung der Sünde nur befreit werden durch die Auferstehung Christi, über die sich die Menschheit freute, nachdem er gekreuzigt und für jeden Einzelnen gestorben war.

Drittens: „Gemeinschaft seiner Leiden“.  Bei dem Heiligen Apostel Paulus ist dies der dritte Aspekt der Auferstehung. Wir wundern uns, dass er die Kraft der Auferstehung vor der Gemeinschaft der Leiden nennt. In der alten christlichen Tradition wurde das Kreuz immer ohne Leib Christi dargestellt. Bei der Nachfrage erfahren wir, damit sei gemeint, dass Christus von den Toten auferstanden ist. Die Freude der Auferstehung war nur möglich durch das Kreuz.  Doch Christus ist jetzt auferstanden. Ich erinnere mich, dass ich bei einem Staatsbesuch ein ausgehöhltes Holzkreuz sah, und darauf der auferstandene Christus. Denn Christus ist gegenwärtig mit dem Leib des von den Toten auferstandenen Christus. Die Gemeinschaft der Leiden, von denen der Heilige Apostel Paulus spricht, bedeutet, dass die Auferstehung auf die Leiden folgt. Die Gemeinschaft der Leiden entsteht, wenn der Mensch daran teilhat. Denn keine Verherrlichung ohne Schmerzen und keine Krone des Lebens ohne Dornenkrone. Die Dornenkrone schenkte uns die Krone des Lebens. Keine Auferstehung ohne Kreuz. Daher durchzieht die Gemeinschaft der Leiden, die wir durchleben – und die jeder einzelne Mensch durchlebt – auch die Geschichte der Kirche. Dies zeigt sich in vielen Geschichten und Ereignissen des Märtyrertums. Unsere koptische Kirche in Ägypten wurde zur „Kirche der Märtyrer“ und ist unter diesem Namen in der ganzen Welt bekannt. Wir singen sogar „wie schön ist die Mutter der Märtyrer“ – und meinen damit die Kirche.

Viertens: „seinem Tode gleichgestaltet“. Dies ist der vierte und letzte Aspekt des Heiligen Apostels Paulus und bedeutet, dass der Christ, der auf dem Weg des Herrn wandelt, der Sünde stirbt. Jedes Mal hören wir in der Messe nach der Lesung der Katholischen Briefe: „Liebet nicht die Welt, noch was in der Welt ist.“ (1. Joh 2, 15). Denn der Blick eines Christen und der Wunsch seines Herzens ist stets gen Himmel gerichtet. Über „seinem Tode gleichgestaltet” sprach der Heilige Apostel Paulus in starken geistlichen Betrachtungen: „Um deinetwillen werden wir zum Tode gebracht den ganzen Tag.“ (Röm 8, 36). Darüber sprach der Apostel mehrmals. Er sprach:

„Wache auf, der du schläfst, und stehe auf aus den Toten, und der Christus wird dir leuchten!“ (Eph 5, 14) Er leuchtet dem in der Sünde und im Bösen schlafenden Menschen, der schläft in der Liebe zur Welt, weit weg von Christus, weit weg von der Erkenntnis des wahrhaftigen Christus. Der schlafende Mensch kennt die Auferstehung Christi nicht, noch hat er sie je erfahren oder erlebt. Der Heilige Apostel Paulus lädt durch die Heilige Schrift jeden ein: Wache auf, der du schläfst, und stehe auf aus den Toten, den Toten der Sünde, und der Christus wird dir leuchten!

Meine herzlichen Glückwünsche an Alle. Unsere Herzen sind betrübt durch die Schmerzen der Trennung von unseren geliebten Märtyrern. Doch wir werden ihrer stets gedenken. Sie sind entschlafen in der Hoffnung auf die Auferstehung, der Auferstehung Christi. Gott beschütze Euch und segne Euer Leben. Diesen Brief sende ich allen Erzbischöfen, Bischöfen, Erzpriestern und Priestern, allen Diakonen, Dienern und Dienerinnen, Kirchengemeinderäten, allen Jugendlichen und Kindern, allen Familien in unserer koptischen Kirche auf allen Kontinenten der Welt, in Amerika, Kanada, Lateinamerika, Europa, Afrika, Asien und Australien.

Herzliche Grüße und alles Liebe meinerseits und von Seiten der Mutterkirche hier in Ägypten. Wir wünschen Euch, dass Euch die Auferstehung in Eurem Leben stets erfreue. Ekhristos Anesti. Alithos Anesti. Christus ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.

 


Koptischer Kalender 2017

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